Lyrisches

Wütend raufte sich bei Tische
Kurfürst Friedrich seinen Bart:
Die Oliven sind nicht frische
und die Würste sind nicht zart!
Dieses geb ich zum Attest:
der Koch ist nicht bei Heil’s gewest!
Morgen kommt uns doch besuchen
Bischof Williibald von Mainz,
Ei, dann muß ich wieder fluchen,
gutes Essen gibts es keins,
sondern nur von heut den Rest,
der Koch ist nicht bei Heil’s gewest.
Du mußt es ihm dreimal sagen!
grinste da der Kammermohr.
Soll nach frischer Ware fragen,
dann kommt sowas nicht mehr vor!
Morgen wirds ein schönes Fest,
dann ist er bei Heil’s gewest.
Ja, es gab ein gutes Essen,
Fürst und Bischof hats geschmeckt,
denn der Koch hat nicht vergessen,
wo die gute Ware steckt.
So fand er das richtge Nest,
denn er ist bei Heil’s gewest.
Geistlichkeit und Landesvater
tranken manche Flasche Wein,
hatten trotzdem keinen Kater,
denn der Stoff war gut und rein.
Jeder Gast bleibt ungestreßt,
wenn der Wein von Heil’s gewest.
Und so laßt es Euch verkünden,
Heidelberger jung und alt,
wollt Ihr gute Ware finden
dann spaziert zu Heil’s Ihr bald!
Allen hat es gut geschmeckt,
wenn Ihr Heil’s für Euch entdeckt!

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